Die Delmenhorst Bulldogs steuern auf die Playoffs zu: Auch wenn es nach nur zwei Spieltagen noch früh in der Saison ist, läuft bislang alles nach Plan: Am zweiten Spieltag setzten sich die American Footballer des Delmenhorster TB mit 38:27 (24:7) in der zweiten Staffel der Verbandsliga Nord bei den Bremen Bulls durch. Es war der erste Sieg der Mannen um Headcoach Tyrus Morgan in einem Derby gegen die Nachbarn aus der Hansestadt. Vor allem die Offensive überzeugte am Sonntagnachmittag am Jürgensdeich. „Es war ein großer Sieg für uns und wichtig, endlich mal die Bulls zu schlagen. Es war kein einfaches Spiel“, sagte Morgan.
Los ging es nahezu ideal: Direkt mit dem ersten Drive gingen die Delmestädter mit 7:0 in Front. Zunächst bewegten die Bulldogs das Leder-Ei Stück für Stück über das Feld, ehe Quarterback Andreas Loreth mit einem Pass über die Mitte Julian Koch fand, der in die Endzone lief. Der Kick für den Extrapunkt saß ebenfalls.
Die Defensive fand auch direkt gut ins Spiel und erzwang einen Ballverlust der Bulls, da diese auch im vierten Versuch keine zehn Yards Raumgewinn schafften – ein sogenannter Turnover on Downs. Die Delmenhorster nutzten das für ein 49-Yard-Fieldgoal von Florian Kratz zum 10:0.
Im zweiten Viertel lief es weiterhin nach Plan. Zunächst schnappte sich Timo Engel eine Interception und brachte die Bulldogs-Offensive so in der Folge wieder aufs Feld. Hier zeigte Running Back Nicolai Baer einen langen Lauf, dann passte Loreth auf Deandre Pendergrass, der den Touchdown zum 17:0 fing.
Es folgte der erste Touchdown der Bremer nach mehreren Läufen und Pässen zum 7:17. Doch die Bulldogs konterten noch vor der Pause. Mit der letzten Aktion des ersten Durchgangs fand Loreth mit einem langen Pass Pendergrass, der das 24:7 erzielte.
Mit dieser scheinbar klaren Führung im Rücken ging es in das dritte Viertel. Und dieses lief aus Bulldogssicht alles andere als gut. Die Bremer starteten nicht weit von der eigenen Goalline entfernt, doch ein Pass über die Secondary kam bei einem Bulls-Receiver im Mittellinienbereich an. Und dieser hatte nur noch grüne Wiese vor sich und lief zum 14:24 in die Endzone.
Die Bulldogs passten beim anschließenden Kickoff nicht auf: Die Bremer sicherten den Onside-Kick und kamen so direkt wieder in Ballbesitz und einen Pass später zum 21:24. „Wir haben in 30 Sekunden zwei Touchdowns bekommen. Das war ein Schlag ins Gesicht. Sie haben unsere Schwächen aufgedeckt“, meinte Morgan.
Die Partie war nun komplett offen und die Bulldogs nervös. Zwei Snaps kamen zu hoch, die Bulldogs verloren fast 50 Yards und mussten punten. „Man hat gemerkt, dass unsere Jungs den Gegner ein wenig unterschätzt haben. Aber sie haben den Weg auf die Gewinnerspur zurückgefunden“, meinte Offensive Coordinator Henning Willms. Insgesamt sei die Offensive jedoch gut gelaufen, habe konzentriert gearbeitet und viele Yards gemacht.
Die Bremer waren nah dran, doch wollten zu viel. Nach einem schwachen Snap feuerte der Bulls-QB einen Notwurf ab, statt den Sack und den entsprechenden Raumverlust zu kassieren. Die Bulldogs fingen so in Person von Jan Lippert ihre zweite Interception des Tages. Nur ein paar Spielzüge später warf Loreth seinen vierten Touchdown-Pass, Empfänger war erneut Pendergrass zum 31:21.
Die Bulls schlugen allerdings postwendend zurück und versuchten nach dem Touchdown eine Two-Point-Conversion, die jedoch misslang. So führten die Bulldogs mit 31:27, als sie wieder in Ballbesitz kamen. Dieses Mal sollte es das Laufspiel richten. Dominik Marchlewski lief erst über zwei Drittel des Spielfelds, ehe er kurz vor der Endzone gestoppt wurde. Er erhielt jedoch direkt wieder den Ball und holte den Touchdown zum 38:27-Endstand nach.
Die Defense der Delmenhorster sicherte sich danach noch die dritte Interception durch Lukas Knichal, wodurch die Bremer nicht mehr herankamen. Diese holten sich zwar noch einen Fumble nach einem Sack gegen Loreth, doch auch daraus resultierten keine Punkte, da das Fieldgoal daneben ging. „Wir haben in der Defensive noch eine Menge Hausaufgaben zu machen. Wir hatten heute allerdings auch viele angeschlagene Spieler dabei und mussten viel improvisieren. Am Ende haben wir ein paar Drives stoppen können und es hat für den Sieg gereicht“, bilanzierte Defensive Coordinator Klaus Weilandt. Er betonte zudem, dass die Leistung besser werden müsse, um die eigene Offensive weniger unter Druck zu setzen.
In der zweiten Staffel der Verbandsliga Nord führen die Bulldogs nun klar vor den Bulls, die bereits zwei Niederlagen auf dem Konto haben. Die Rotenburg Wolverines sind zu ihren Spielen bislang nicht angetreten, während die Emden Tiger noch sieglos sind. Der Staffelsieger erreicht die Playoffs.
In zwei Wochen kommt es zum Rückspiel der Bulldogs gegen die Bulls in Delmenhorst. Kickoff am Sonntag, 14. Juni, ist um 15 Uhr. „Wir haben eine Menge Arbeit vor uns. Auf beiden Seiten des Balls“, blickte Morgan voraus.