Was ist der Unterschied zwischen Selbstverteidigung und Kampfsport? Am 18.03.17 lud der Delmenhorster Turnerbund von 1875 e. V. (DTB) zu einem vierstündigen Ju-Jutsu-Bundeslehrgang zum Thema „realistische Selbstverteidigung in Theorie und Praxis“ ein. Dieser Einladung folgenden 84 aktive Ju-Jutsu-Begeisterte aus ganz Niedersachsen, Hamburg und Bremen (Crocodiles Osnabrück, Budo-Club Schaumburg-Lippe, SW Oldenburg, ATSB Bremen, TuS Ahausen, RW Cuxhaven, Holter SV, JC Northeim, TSV Meine, TSV Stelle,  TSV Winsen, TSV Elstorf, TSG Dissen, SG Unterstedt, JC Hannover, Blau-Weis Buchholz, VfL Westercelle, OSC Damme, TB Stöcken, KSC Ricklingen, JCB Delmenhorst und Delmenhorster TB, u.a.). Der sympathische Badener Günter Beier (6. Dan Ju-Jutsu), Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Selbstverteidigung des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes (DJJV), zeigte nach einem Grußwort des 1. Vorsitzenden des DTB, Erich Meenken, und dem Abteilungsleiter Ju-Jutsu, Frank Hörschgen, wirkungsvolle Techniken zur realen Selbstverteidigung. Juristische Unterstützung kam vom Lehrgangsteilnehmer Jan-Philipp Koll, der als Rechtsanwalt auch Mitglied in der AG SV des DJJV ist. Ohne Matten und in Alltagskleidung wurden innovative Verteidigungstechniken im Stand und am Boden vermittelt und durch die Teilnehmenden erprobt. Die Techniken wurden z.T. mit entsprechender Schutzausrüstung im Vollkontakt trainiert, wodurch alle Beteiligten eine reale Effektivität der Techniken erproben könnten. Neben den praktischen Inhalten vermittelte Günther Beier auch theoretisches Wissen über die Auswirkung von psychischen und physischen Stress auf den Körper. Diese Auswirkungen von Stress wurden im Anschluss an die theoretische Bearbeitung ebenfalls in praktischen Übungen erprobt. So bekam z. B. jeder Teilnehmende die Möglichkeit sich aus einem „Bad Pit“ heraus zu kämpfen, welcher einen Übergriff von 10-30 Personen simuliert. Neben den vielseitigen Inhalten bot der DTB ein kostenloses Kuchenbüfett, verschiedene kalte und warme Getränke und heiße Würstchen an, welche den Rahmen der Veranstaltung abrundeten und von allen Teilnehmenden als dankbare Stärkung angenommen wurden. Das der Lehrgang, wie auch der gesamte Rahmen bei allen Beteiligten sehr gut ankam, zeigte, neben einer sehr positiven Stimmung im gesamten Lehrgang, der lange Applaus am Ende des Lehrgangstages. Günter gab im Anschluß an den offiziellen Lehrgang noch eine Extra-Zugabe zum Thema Abwehr von Messer-Angriffen, an der sich 25 Teilnehmer/Innen beteiligten.

Ergänzend zum allgemeinen Jubel der Teilnehmer/Innen sind an dieser Stelle auch ein paar kritische Anmerkungen erforderlich. Der Bundeslehrgang wurde bereits im Oktober 2016 ordnungsgemäß beim DJJV und NJJV beantragt, sowie der Termin mit dem Referenten abgestimmt. Im Vorfeld gab es diverse persönliche und telefonische Gespräche zur Ausrichtung mit Verbandsvertretern und dem Ausrichter. Das Günter Beier aktuell „ein wenig geliebter Querdenker“ im DJJV ist, insbesondere weil er vehement höhere Referentenhonorare einfordert, wurde uns leider erst im Verlauf der Entwicklung gewahr. Die angefallenen Mehrkosten durch das Referentenhonorar wurden allein durch den DTB aufgefangen, eine Unterstützung durch den DJJV und NJJV wurde leider nicht angeboten. Vielen Dank an den DTB-Vereinsvorstand, der unserer Ju-Jutsu Abteilung finanzielle Rückendeckung gab. Das unglaublich positive Feedback aller Teilnehmer/Innen und ein starkes DTB-Team lassen die finanziellen Aspekte dieses Lehrgangs jedoch in den Hintergrund treten. Vielen Dank an die motivierten und freundlichen Sportfreunde/Innen, die teilweise lange Autofahrten auf sich nahmen, um den großen Erfolg dieses Lehrgangs zu ermöglichen.

Und zu guter Letzt: Wir planen schon eine Fortsetzung in 2018!

Grußworte vom Vereinsvorsitzenden Günter Beier mittendrin