Di. Okt 19th, 2021

Am 05.September 2020, 13.00 bis 17.00 Uhr, richtete die Ju-Jutsu Abteilung im Delmenhorster Turnerbund von 1875 e.V. (kurz DTB) unter Leitung von Abteilungsleiter Jens Schmidt einen Landeslehrgang für den Niedersächsischen Ju-Jutsu Verband e.V. (kurz NJJV) aus. In Zeiten der Corona-Pandemie konnte erst im August die endgültige Lehrgangsfreigabe vom Verband erteilt werden, verbunden mit strengen Hygiene-Auflagen für den ausrichtenden Verein.

Die Ju-Jutsu-Szene zeigte sich zwar sehr interessiert, jedoch hatten viele Sportfreunde/Innen doch Corona-Sorgen und verzichteten auf die Teilnahme. Dennoch, 21 aktive Ju-Jutsuka aus 12 niedersächsischen Vereinen (DTB, Holter SV, Yawara Neuhaus, OSC Damme, JJC Peine, TSV Holzerode, MTV Grone, OT Bremen, Goshin-Jutsu-No-Michi, VfL Wolfsburg, SW Oldenburg und TSV Immenrode) scheuten z.T. auch mehrstündige Anfahrten nicht, um an diesem Lehrgang teilzunehmen. Das DTB-Organisationsteam um Jens Schmidt zeigte sich in gewohnter Weise als vorbildlicher Gastgeber und Ausrichter. Zwar mußte kurzfristig – Corona-geschuldet – das ursprünglich geplante Lehrgangsthema angepasst werden, doch der Garant des Erfolges war der Referent: Stefan Matthießen, 5.DAN Ju.-Jutsu, aus Wolfsburg!

Stefan war zum wiederholten Male beim DTB, zuletzt im Herbst 2019 beim Jubiläumslehrgang zum 20jährigen Bestehen der Abteilung. Fortsetzungen sind schon geplant!

Doch zum Lehrgang selbst. Inhaltlich wurden die vier Lehrgangsstunden in zwei Themenbereiche gegliedert. Part 1“realistische Selbstverteidigung“ mit Schwerpunkt auf Distanzen und passende Abwehrtechniken. Part 2 „Protect your family“ mit taktischen und praktikablen Techniken zum Schutz einer vertrauten Person (Schutzperson). Die Distanzen gliederte Stefan in „weit“(= Möglichkeit zur Flucht), „mittel“ (= Einsatz der Stimme zur Selbstverteidigung) und „nah“ (=Einsatz von Präventivtritten des Verteidigers zur Schaffung von Distanz). Als direkte Angriffe wurde exemplarisch der Fußstoß seitwärts, der Faustschlag mit der Führhand und der Fauststoß mit der Schlaghand ausgewählt. Die Abwehrtechniken wurden auf kurze und effektive Techniken reduziert, und somit sehr wirkungsvoll. Ergänzend wurden Abwehrmöglichkeiten gegen Messerangriff von oben und unten geübt, die lediglich Bewegungsmuster schulen sollten, die in Part 2 Anwendung fanden. Nach einer 15minütigen Pause ging es im Part „protect your family“ zunächst um taktisches Verhalten in der eigenen Position zur Schutzperson. Dabei legte Stefan auch Techniken vor, um die Schutzperson in der ganzen Verteidigungshandlung stets vor dem Angreifer zu schützen und nach der Verteidigung die Schutzperson in Sicherheit zu bringen. Auch der Aspekt der Nothilfe wurde berücksichtigt, falls der Angreifer schon auf die Schutzperson einschlägt und hier in kürzester Weise eine Fortsetzung des Angriffs zu unterbinden. Den krönenden Abschluß bildeten dann komplette Verteidigungsaktionen, die wechselnden Rollen (Angreifer/Verteidiger) Drill-mäßig geübt wurden.

Die vier Stunden vergingen wir im Fluge. Alle Teilnehmer/Innen dankten mit Applaus dem Referenten. Wie gesagt: Fortsetzung folgt!

 

Mit sportlichen Grüßen

 

Frank Hörschgen

Pressereferent Ju-Jutsu im DTB